YoungDaimler

Ein zeitintensives Hobby

Kategorie: Mercedes E220T

Besser als befürchtet und schlechter als erwartet

Seit September habe ich den E220T, den 124er Kombi. Seit Mitte September bin ich dabei das Auto herzurichten.
Von Anfang an war klar, dass einiges an Arbeit auf mich zu kommt. Allerdings war ich ein wenig zu optimistisch in Hinblick auf das, was erledigt werden muss.

Die Rostlöcher

Das lässt nichts Gutes erwarten

Das erste, was ich mir vorgenommen habe waren die Rostlöcher vorne rechts und links im Motorraum. Rost haben da fast alle. Die Frage ist nur, wie stark der Rost ist. 
Beim Kauf war Rost offensichtlich. Der Kotflügel an sich war aber noch ohne Loch. Bis ich dann gestochert habe. 

Nun gut. Blöd. Aber es hilft alles nichts. Rost ist schlecht. Rostlöcher sind noch schlechter. Die verbleibenden Rostränder müssen raus. Je länger ich den Lack abgeschliffen habe, um herauszufinden, wo gutes Blech ist, desto größer wurde die Ernüchterung. 

Ich hatte mit weniger gerechnet..

Irgendwann habe ich die Karosseriesäge geschwungen und mich an das Raustrennen gemacht. Wie man sicherlich sieht, leicht planlos.

Nicht original, aber originell

Aber dicht habe ich das Loch dann doch wieder bekommen. Das Zuschneiden und Anpassen der einzelnen Blechstücke hat allerdings ewig gedauert.

Auf diesem Bild ist sogar schon Farbe drauf. Das lässt die Flicken ein bisschen weniger grauenhaft aussehen.

Die zweite Seite lief dann um einiges besser. Zum einen, habe ich versucht möglichst rechteckige Stücke herauszuschneiden, und zum anderen war ich dann auch schon wieder mit dem Schweißen vertrauter. 

Es mag vielleicht nicht allzu professionell sein, wie ich das Auto geschweißt habe, aber dafür sind die Rostschäden nun behoben.

Service & Co

In der Zeit, in der vier Liter ATF ins Getriebe laufen, kann man auch Kaffee trinken

Natürlich hatte der Kombi auch einen riesigen Wartungsstau. Der Luftfilter war schon grau. Es gab nicht mal mehr einen Zettel, wann das Motoröl zuletzt getauscht wurde und auch der letzte Automatikölwechsel war schon mehr als 100.000 km her. Die Klima hat auch gelegentlich gemüffelt. 
In diesem Zuge wurden dann nach und nach Luft- und Innenraumfilter und sämtliche Öle erneuert.
Das Differentialöl steht allerdings noch aus. Beim letzten Versuch war die Schraube unlösbar. Das kommt aber noch. 

Das Sorgenkind

Einmal komplett neu

Schon beim Kauf hat das Auto, beim Bremsen, hinten gelegentlich gequietscht. Ich dachte mir, dass das wohl mit neuen Bremsen getan sein wird. Dementsprechend habe ich neue Scheiben, Beläge und Backen besorgt und verbaut. Das hat auch alles recht gut geklappt. Alles war freigängig.
Das Problem ist aber, dass auch nach dem Bremsentausch das quietschen noch da war. Inzwischen habe ich schon einen zweiten Satz Beläge verbaut, in der Hoffnung, dass das quietschen dann aufhört. 
Hat es aber nicht. 

Noch nicht getauscht sind bisher lediglich die Bremssättel und die Bremsschläuche. Nun hat sich letzte Woche auf dem Bremsenprüfstand herausgestellt, dass die Sättel hinten wohl auch nicht mehr ganz taufrisch sind und der Sattel hinten links auch nicht mehr ganz auf macht. Nach beinahe 300.000 km kann das durchaus vorkommen und ist auch nicht weiter erstaunlich. 
Ärgerlich ist es halt. 
Die Teile sind in jedem Fall bestellt, und werden verbaut sobald ich die Zeit finde. 

Das Provisorium 

Bis Ersatz da ist, muss das halten

Oben bei den Rostlöchern hat man schon gesehen, dass der Kotflügel der Beifahrerseite seine beste Zeit hinter sich hat. Allerdings will ich nun auch nicht mit einem riesen Loch im Kotflügel rumfahren. 
Gebrauchten Ersatz habe ich bisher nicht gefunden. Ein neuer Kotflügel + Lackierung ist aktuell allerdings nicht unbedingt im Budget drin.
Deswegen muss der Winter jetzt erstmal mit diesem leicht schäbigen Panzerbandflicken überstanden werden. 

Mille Miglia, Mercedes, Schlüsse

Der Neue

Seit ich den Audi verkauft habe, war ich auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz. 
Ein Kombi sollte es werden und der Zustand sollte akzeptabel sein. Letzten Endes sollte das Auto also all das werden, was der Audi nicht war.

Was will ich haben?

Die Überlegungen gingen von Audi 80 Avant über Audi 100 Avant und BMW 5er Touring. Nur hatten alle einen riesigen Makel: Es sind keine Mercedes. Und ich wollte Mercedes fahren, einen Zweiten. 
Da habe ich mich dann also nach den üblichen, bezahlbaren Daimler T-Modellen umgesehen: S202, S124, S210 und auch mit dem Gedanken mir einen S211 anzuschaffen, habe ich gespielt. 
Das Problem an Fahrzeugen aus der Baureihe 211 war und ist, dass sie im guten Zustand mit ansprechender Ausstattung noch immer recht teuer sind. 124er Kombis sind inzwischen gefragt und steigen dementsprechend im Preis. S202 und S210 haben Rost. Viel Rost. Und sind außerdem noch nicht mal hübsch.

Ein 124er T-Modell sollte es letztendlich werden. Eigentlich steht da eine ziemlich große Motorenpalette zur Auswahl. Allerdings wollte ich in jedem Fall die KE-Jetronic umgehen, die mich schon im 190er mehrmals in den Wahnsinn getrieben hat. Bleiben die Diesel übrig, und die neueren Benzinmotoren aus der MOPF 2, also M111 und M104. Diesel fallen weg, wegen der horrenden Steuer. Bleiben die Benziner. 
Ein 200er in der großen E-Klasse? Nein. Minimum war damit der 2,2l Motor. Traumhaft, wenngleich unfassbar unnütz, wäre ein Sechszylinder.

Guter Zustand

Die Suche ging, wie schon gesagt, früh in diesem Jahr los. Ich bin mit Sicherheit 2000 km gefahren, um mir die verschiedensten S124 anzusehen. Insgesamt habe ich mindestens zehn verschiedene Autos besichtigt. Angerufen habe ich bei locker drei mal so vielen.

Es waren mehrere in “wirklich gutem Zustand” dabei. Auch “rostfreie” habe ich natürlich angeschaut. Dass rostfrei dann aber bedeutet, dass von vier Wagenheberaufnahmen nur noch eine einzige da ist, war in einem Fall weniger tragisch:

“Sind ja keine tragenden Teile.”

Verkäufer eines “rostfreien” Kombinationskraftwagens. 

Vom Rostloch im Dom vorne rechts wusste er auch nichts. 
Das irritierende dabei war aber, dass dieses Fahrzeug frischen Tüv hatte. 

Kaufentscheidung

Ginge es nach meinem “Ja, ich kaufe das Auto!”, hätte ich nun drei verschiedene T-Modelle. Aber zwei davon sind es nicht geworden: 

  • Einen blauen 220er, einige Rostlöcher aber ein wirklich guter Allgemeinzustand. Allerdings hatte dann jemand im Nachhinein noch 300€ mehr geboten, und somit war dieser dann verkauft. Nur nicht an mich. Der Grund, warum ich nicht direkt zugesagt hatte, sondern mir noch eine kurze Bedenkzeit genehmigt habe, war eine durchgerostete Hinterachsaufnahme
  • Einen blauen 280er, ziemlich durchgeschweißt, Tauschmotor, sehr gut ausgestattet. Leider wollte ihn der Verkäufer, als wir telefonisch einen Termin zur Besichtigung ausmachen wollten, doch nicht mehr verkaufen. 

Den dritten wollte ich dann auch nur bedingt anschauen. Er stand gute 250 km weit weg, in Hessen. Die Anzeige war zwar mäßig, das Telefonat dafür umso besser. Es wurde bereits einiges erneuert: Die Zylinderkopfdichtung, die Vorderachse zum Teil, die Bulleneier, die Windschutzscheibe und alle Scheiben hinter der C-Säule wurden bereits ausgebaut, die Rahmen entrostet und beim Zusammenbau wurden frische Dichtungen verwendet. Ganz leichte Anrostungen haben die Seitenscheibenrahmen zwar, aber das war noch im Rahmen. 
Auch die Mängel, die dieser Kombi hat sind übersichtlich: Vorne Rechts und Links sind Rostlöcher hinter den Scheinwerfern. Der Kotflügel vorne rechts ist durchgerostet, die Stoßstangen etwas lädiert.

Aufbruch

Also wieder eine Besichtigung abgemacht, für “in drei Stunden bin ich ungefähr da, fahre direkt los.” 
Kurz nach der Abfahrt, noch nicht mal auf der Autobahn, werde ich vom Verkäufer angerufen, der mir dann gesteht, dass er den Fahrzeugbrief nicht findet, er aber weiter sucht und sich bei mir meldet, sobald er erfolgreich ist. 
Ich bin nicht davon ausgegangen, noch einmal von ihm zu hören. Aber eine knappe Stunde später, werde ich wieder vom Verkäufer angerufen, ob ich nicht doch noch kommen will, er hätte den Brief gefunden. 

Die Strecke habe ich selbstverständlich im 190er zurückgelegt.
Die Besichtigung lief dann aber ziemlich gut. Ich hatte nicht mal einen sonderlich guten Standpunkt zum Verhandeln, das Auto war fast exakt wie in der Anzeige und am Telefon beschrieben. 
Ein wenig Verhandlungsspielraum war zum Glück noch, sodass ich mein selbst gesetztes Budget nicht mal komplett ausreizen musste. Was auch gut ist, denn ein wenig Arbeit ist an dem Auto noch dran.

S124, W201
Der Neue und der Alte

Meine neueste automobile Errungenschaft wurde am 1.9.2018 ein Mercedes Benz E220T, der im Januar 1996 das erste mal zugelassen wurde. Er ist also einer der letzten S124. In den seinen 22 Jahren hat dieses Fahrzeug 275.000 km zurück gelegt. 
Ausgestattet ist er auch recht gut: Schiebedach, 4x Efh, Klima, ASD, Automatik, MAL, Doppelairbag und eine abnehmbare Anhängerkupplung.

Was ist zu tun?

Der 124er hat ein paar Rostschäden. Soll heißen, der Kotflügel vorne rechts ist durchgerostet. Da muss auf kurz oder lang ein neuer her. Dann ist das Auto auch noch im Motorraum, an den üblichen stellen hinter den Scheinwerfern ziemlich kross und krümelig. Die Wagenheberaufnahmen sind zwar angerostet, aber NOCH fest. Wann die kommen ist fraglich, aber sie werden kommen.
 Außerdem ist der Motorkabelbaum noch der originale. Einige der Kabel sind da schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Dementsprechend wird das eine andere größere Sache werden.
Die Bremsen quietschen ein wenig. Die Scheibenwaschanlage braucht auch Arbeit: Vorne leckt der Wassertank und hinten der Schlauch in der C-Säule. TÜV hat er noch bis Februar 2019, aber mein Plan ist, ihn auf jeden Fall vor dem Winter tüvfertig zu haben. 

Ansonsten ist natürlich ein kompletter Service mit Filtern und Ölen von vorne bis hinten notwendig.
Andere Kleinigkeiten sind, dass ein Scheinwerfer blind ist, und getauscht werden muss. Einer der Vorbesitzer hat, statt die Hirschmann Automatikantenne zu reparieren, eine Dachantenne montiert und leider durch das Dach gebohrt. 

Aber nun ein paar Bilder:

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