Die 1000 Miglia.
Zwischen 1927 und 1957 war sie ein Rennen von Brescia nach Rom und zurück. Doch dann wurde sie aus verschiedenen Gründen eingestellt. Einer der Gründe war wohl das, mit der fortschreitenden Technik, ansteigende Verletzungs- und Tötungsrisiko.
1977 wird das Rennen dann wieder neu aufgelegt. Nur nicht mehr als Rennen, sondern viel mehr als die erste Oldtimerrallye.
Auch heute noch fahren ausschließlich die Fahrzeuge in der klassischen Wertung, die auch schon 1957 hätten mitfahren können.

Als die 1000 Miglia im letzten Jahr lief, haben Niklas und ich beschlossen, 2018 vor Ort zu sein, wenn die Rallye wieder läuft. Und diesen Plan haben wir auch umgesetzt.
Die Wahl des passenden Fahrzeugs zu diesem Anlass war nicht sonderlich schwer. Niklas hat die Möglichkeit, gelegentlich einen 129er 300SL – 24 bewegen zu können und in Hinblick auf die mitfahrenden W198 300S, war es natürlich notwendig ebenfalls mit einem SL anzureisen.
Mittwoch früh um sechs Uhr hat er mich abgeholt und wir sind nach Italien aufgebrochen. Die Fahrt an sich war, abgesehen von den Unmengen an Regen, die wir in Deutschland einfach nicht abschütteln konnten, absolut entspannt und problemlos. Und bis auf zwei kürzere Stauaufenthalte, haben wir auch kaum Zeit verloren.

Mittwoch

Der Startschuss zur 1000 Miglia fiel um 14:30 Uhr. Da sind wir gerade von unserem Schlafplatz in Colombare ins ungefähr 40 Kilometer entfernte Brescia aufgebrochen. Gegen 15:30 war dann das Auto in Brescia geparkt, wir bereits in der Stadt und Teilnehmer hatten wir auch schon gesehen.
Die Route, die die Fahrer durch die Stadt genommen haben, sind wir rückwärts gelaufen. Die Autos kamen uns dementsprechend entgegen. Von Zeit zu Zeit haben wir unseren Standpunkt gewechselt, als wir jedoch nach mehreren Stunden dann am Startpunkt angekommen sind, war dort der Abbau schon im vollen Gange. Aber mei, gesehen haben wir trotzdem einiges.

Donnerstag bis Freitag

Den Rallyeteilnehmern hinter her zu fahren, wäre natürlich ziemlich cool gewesen. Aber auch sehr stressig und anstrengend. Weil aber ja alle Autos wieder zurück nach Brescia kommen, haben wir uns dazu entschieden, die Tage am Gardasee zu verbringen. Mit Espresso, Eis oder Pizza in der Sonne sitzend, geht die Zeit auch gut rum.

Samstag

Die ersten Fahrzeuge der eigentlichen 1000 Miglia hätten planmäßig um 16 Uhr ankommen sollen, gegen 15:30 Uhr waren wir erstaunlich pünktlich in der Viale Venezia am Zielpunkt. Unsere Plätze waren nicht ideal, das Wetter anfangs auch nicht und die Fahrer waren weit weniger pünktlich als wir.
Gegen 17 Uhr sind dann die ersten angekommen. Unsere Plätze waren aber immer noch nicht ideal, aber zumindest haben wir etwas gesehen.
Nach ungefähr 50 Autos haben wir uns auf die Suche nach besseren Plätzen begeben, mit dem Gedanken im Kopf, dass die Route mit Sicherheit nochmal durch die Stadt geht.
Ist sie aber nicht.
Gelegentlich haben wir dann zwar noch einen Pulk an Autos, von der Polizia Locale eskoriert, an uns vorbei preschen sehen, aber ganz zufriedenstellend war der Zieleinlauf dann daher nicht.
Zumindest wissen wir das jetzt für das nächste mal.

Hat es sich trotzdem gelohnt?

Ja. Definitiv hat sich der Ausflug gelohnt. Es ist faszinierend derart alte Autos, die ansonsten nur in Museen oder auf Bildern zu sehen sind, zu erleben.
Der Klang, der Geruch, die Optik im “Renneinsatz.”
Zimperlich gefahren wurden die Autos, nachdem was wir gesehen haben, nämlich auch nicht.
Um das kulturell und pädagogisch wertvoll auszudrücken, könnte man von erlebter Geschichte reden. Aber das klingt grauenhaft.

Der Gedanke, diesen Ausflug im nächsten Jahr zu wiederholen, existiert bereits.
Wie dieser Gedanke dann umgesetzt wird, wird sich zeigen.

 

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